„If you can't fix it, Jack, you gotta stand it”
Rezensionen gibt es genug von "Brokeback Mountain". Ich habe noch keine gefunden, bei der der Film schlecht weg kam. Und da auch ich mich nur den Lobeshymnen anschließen könnte, schreibe ich hier keine. Aber ich nenne einige Gründe, sich diesen Film anzusehen:Selten wird zum Beispiel eine relativ unspektakuläre Geschichte (zumindest für unsere Verhältnisse) so extrem unspektakulär dargestellt und erzeugt dennoch einen so heftigen Eindruck. Natürlich: Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, aber nicht um eine kitschige Liebesgeschichte zu erzählen, sondern um einem das beruhigende Gefühl zu geben, hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Probleme fangen dann im Tal an und hier sind es die Nebendarsteller, die beeindrucken: Ein Schwiegervater, den man seinem ärgsten Feind nicht wünscht (bei seiner Zurechtweisung durch Jack gabs übrigens Beifall im Kinosaal :-), Ehefrauen, die auf unterschiedliche Art und Weise mit ihrem Schicksal umgehen und eine Mutter, die... ach nein. Zu viel will ich nicht verraten.
Jetzt ist es doch fast eine Rezension geworden. Gut, dann gebe ich noch 6 von 4 möglichen Sternen. Die zwei Zusatzsterne für die Musik und den Mut, entgegen der gewohnten Hollywood - Geschwindigkeit auch einfach mal die Kamera still zu halten.
Ach, zwei Sachen sind noch hervorzuheben:
1) Während der ersten 20 Minuten fällt es einem schwer, daran zu denken, dass die Marlboro-Werbung schon seit einiger Zeit vorbei ist und der Film angefangen hat: Das Gefühl lässt nach! Keine Sorge.
2) Den Machern des Films wird vorgeworfen, sie seien Teil und Werkzeug einer gay agenda, die sich die Zerstörung von Religion, Ehe und Familie in der amerikanischen Gesellschaft zum Ziel gesetzt habe.
2 Comments:
Allein schon die Tatsache, dass Mr. Bush öffentlich davon abriet diesen Film zu sehen macht ihn ja eigentlich zu einem MUST. Außerdem wurde die Geschichte der Pulitzerpreisträgerin Annie Proulx, die sich in ihren Werken ja immer ziemlich naturgewaltige Szenerien vornimmt (siehe Schiffsmeldungen > Neufundland) ja offensichtlich brilliant von Ang Lee in Bilder umgesetzt. JA ich sehe ihn mir an :-)
Sehr tolle (Nicht-)Rezension...! Spätestens jetzt werde ich ihn mir ansehen. Und empfehle im Gegenzug den jüngst gesehenen Capote, unter dem Vorbehalt, dass man die Tage nach dem Schauen so sprechen wird wie Truman himself. Grüße!
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